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Sprachassistenten

In der heutigen Zeit der Digitalisierung werden immer mehr digitale Systeme verwendet, um den Alltag zu erleichtern. Hierbei häufig auf Sprachsteuerung gesetzt. Mit den digitalen Sprachassistenten können Haushaltsgeräte, Smart-TVs oder auch Anwendungen im Auto gesteuert werden. Häufig finden sich die Sprachassistenten in den vielfach genutzten Smartphones, Mittlerweile finden sich auf dem Markt auch schon viele Geräte, deren einziger Zweck die Assistenz mittels Sprachbefehle sind.

Wie funktioniert digitale Sprachassistenten?

Die Geräte werden durch Audiosignale gesteuert und können Sprachbefehle verarbeiten. Dies geschieht, indem die Spracheingabe in einen Text umgewandelt wird und anschließend anhand von Schlüsselwörtern den Befehl ausgeübt wird. Eventuell findet eine Web-Recherche statt. Die Verarbeitung des Befehls findet in der Regel in der Cloud und nicht auf dem lokalen Gerät statt.

Datenschutzrechtliche Problematik

Die Geräte hören die ganze Zeit mit und „erwachen“ durch das Codewort. Alles, was danach ausgesprochen wird, wird verarbeitet und auf (meist amerikanischen) Servern gespeichert. Unabhängige IT-Sicherheitsinstitute fanden außerdem heraus, dass Daten auch versandt würden, wenn das Gerät gerade nicht aktiv sei. Diese seien aber voll verschlüsselt.

Diese Prozesse sind für den Nutzer nicht ersichtlich. Er muss auf die Angaben des jeweiligen Herstellers verlassen. Es bleibt für den Verbraucher unklar, auf welche Art und Weise und vor allem wo Daten gespeichert werden. Im Regelfall werden die Daten in einer Cloud gespeichert. Von hier aus besteht die Gefahr, dass Informationen wie personenbezogene Daten unzulässigerweise kopiert, (zu Marketingzwecken) verkauft oder in anderer Weise ausgewertet werden. Während der Arbeit im Home-Office können so auch unternehmensbezogene sensible Daten ausspioniert werden.

Wenn also ein cloud-basierter, digitaler Sprachassistent verwendet werden soll, sollten einige Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden. Vor der Nutzung sollte ein geeigneter Standort gefunden werden. Dies sollte ein Ort sein an dem keine besonders sensiblen Inhalte besprochen beziehungsweise ausgesprochen werden. Hier ist der Sprachassistent außerdem idealerweise nur von Berechtigten nutzbar, sodass eine Nutzung des Smart-Homes durch Dritte nicht möglich ist. Aus demselben Grund sollte der Sprachassistent mit einem Passwort gesichert sein.

Regelmäßig sollten außerdem die angefallenen Daten geprüft werden, um eine missbräuchliche Anwendung zu erkennen. Außerdem könnten dann auch Daten gelöscht werden. Den Sprachassistenten mit allen vorhandenen User-Accounts von Web-Anwendungen zu verknüpfen, kann praktisch sein, birgt aber auch Gefahren. Deshalb sollten möglichst wenig Accounts verknüpft werden beziehungsweise neue Accounts nur für die Nutzung mit dem Sprachassistenten erstellt werden.

Die Datenschutzeinstellungen sollten regelmäßig kontrolliert und an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Zuletzt sollte der Sprachassistent in besonders privaten Situationen ausgeschaltet werden, damit keine Gespräche aufgezeichnet und verarbeitet werden.

Alternativ können lokale, dezentrale Systeme genutzt werden, diese haben allerdings häufig nicht so viele Funktionen